Tullner High-Tech-Firma macht Nahrungsmittel verträglich

Ein studierter Biochemiker hat sich auf die Erforschung und Behandlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten spezialisiert und in seinem Labor in Tulln das weltweit einzige wirksame Mittel bei sogenannten Histaminintoleranzen (HIT) entwickelt. "Wer unter HIT leidet, reagiert nach dem Genuss von Rotwein, Fleisch oder Käse mit höchst unangenehmen körperlichen Beschwerden. Die Ursache liegt bei einem fehlenden Verdauungsenzym. Uns ist es gelungen, aus den Nieren von Schweinen das für den Histaminabbau im menschlichen Körper wichtige Enzym Diamonooxidase (DAO) zu gewinnen. Vor dem Essen als Kapsel eingenommen, schaltet der Wirkstoff DAOSin die Symptome aus², erklärt Wissenschafter und Sciotec-Geschäftsführer Albert Missbichler dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Wenn die Nase rinnt, man ständig niesen muss und nur schwer atmen kann, vermuten die meisten Menschen eine simple Verkühlung oder eine Allergie als Auslöser. Dass diese Krankheitszeichen auch bei Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel entstehen können, wissen nur wenige. Kommen Beschwerden, wie Migräne, Hautausschläge und Verdauungsprobleme, hinzu, fällt oft auch den behandelnden Ärzten die Diagnose schwer. Schätzungsweise ein Prozent der Bevölkerung - das sind in Österreich immerhin 80.000 Menschen - leidet an einer pathologischen Form von HIT, das heißt, sie können das in vielen Nahrungsmitteln vorkommende Eiweiß Histamin in ihrem Darm nicht oder nur unzureichend abbauen. Bereits jeder vierte Mensch kennt harmlose Erscheinungsbilder, wie etwa rote Flecken am Hals, nach dem Genuss von Sekt oder Weißwein.
Wenn es den Betroffenen gelingt, Rotwein, Fleisch, Fisch, Nüsse, Paradeiser, Erdbeeren, Avocados oder Käse aus dem täglichen Speiseplan zu verbannen, sind sie weitgehenden symptomfrei. "Will man auf den Genuss histaminreicher Nahrungsmittel nicht verzichten, muss dem Körper das fehlende Enzym DAO zugeführt werden², weiß Missbichler, der in seinem Labor in Tulln neun Mitarbeiter beschäftigt. 9,90 Euro muss man als HIT-Patient für die 10-Stück-Packung DAOSin aus eigener Tasche berappen, denn die Krankenkassen zahlen nur in Ausnahmefällen und nach chefärztlicher Bewilligung für sogenannte "diätetische Lebensmittel².
Missbichler und sein Entwicklungsteam setzen sich bereits seit dem Jahr 1989 für die Entwicklung von Diagnostik und Behandlungsmethoden bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein. 1,5 Millionen Euro für Forschung und weitere 1,5 Millionen für Studien hat der rührige Akademiker bereits investiert. Der Jahresumsatz 2009 beläuft sich auf zwei Millionen Euro, ein Viertel davon wird aus den USA lukriert. Die 2004 in Tulln gegründete Firma Sciotec arbeitet mit Forschungseinrichtungen, Ärzten und Allergielaboratorien zusammen und exportiert in 23 Länder. (lies)

Quelle: NÖWPD

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