Autohändler stehen vor großen Herausforderungen

Immer mehr Autos werden online gekauft. Der Branchenobmann Fahrzeughandel in der NÖ Wirtschaftskammer, Wolfgang Schirak, relativiert das aber: „Alle Fachhändler haben einen Onlineverkauf. Dazu kommt: Ein Großteil der Autos, die in der Statistik unter Onlineverkauf fallen, zählt zum B2B-Bereich, das heißt, dass Firmen im Internet ganze Fahrzeugflotten bestellen. Allein dadurch fallen sämtliche private Käufer weg, die unsere Hauptkunden sind.“

Ein anderer Trend scheint da schon eher in die Geschäfte der Händler einzugreifen. „Zunehmend gibt es Hersteller“, so Schirak, „die ihre Autos nur mehr über das Internet verkaufen. Inwieweit Österreicher oder konkret auch Niederösterreicher von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, ist noch nicht erfasst worden.“

„Ja, der Autohandel steht vor großen Herausforderungen“, meint er. Und immer mehr Menschen informieren sich im Internet, welches Auto sie kaufen wollen. „Aber es ist kein neues Thema, dass es auf ein Auto mehrere Zulassungen hintereinander gibt. Der Gebrauchtautomarkt ist in Österreich schon immer dominant gewesen“, sagt Schirak. Natürlich sei es für die Branche nicht erfreulich, wenn weniger Neuwagen verkauft werden und wenn weniger junge Menschen einen Führerschein machen. Das seien allerdings Veränderungen, die sich schon seit Jahren abzeichnen, zwar langsam, aber stetig.

Allein diese Entwicklungen bereiten Schirak noch keine großen Sorgen. Mehr trifft es ihn bzw. die Autohändler, wenn die Hersteller von ihren Fachhändlern immer mehr Standards verlangen. „Wir Händler investieren, um den Standards gerecht zu werden und nicht Verträge zu verlieren. Das kann dann finanziell ziemlich herausfordernd sein. Die Vorschriften sind nämlich sehr detailreich und haben schon den einen oder anderen in den finanziellen Ruin getrieben.“

Dafür, dass Autohändler in den nächsten Monaten mehr werden kämpfen müssen, sieht Schirak eine politische Ursache. Die Reform der NOVA scheint aufgrund der jüngsten Entwicklungen nicht wie geplant Anfang 2020 zu kommen. „Von der letzten Regierung ist eine Anpassung der NOVA angekündigt worden. Jetzt ist es so, dass die geplante Formel nicht beschlossen worden ist. De facto wird es zu einer massiven Steuererhöhung kommen, wobei aber die Details unklar sind.“

Schirak: „Ich kann jemandem, der im August ein Auto bestellt und es im Jänner geliefert bekommt, nicht sagen, wie hoch die Steuer sein wird. Klar ist, dass die Steuerlast mit der Fakturierung fällig wird und dann anders ausfallen kann als vom Kunden eingeplant. Das wird manche vom Autokauf abhalten.“ (jm)

http://wko.at/noe/fahrzeughandel

Quelle: NÖWPD

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