Niederösterreichs Druckereien zwischen Druck und Zuversicht

Derzeit fühlen sich Niederösterreichs Druckereien unter Druck. Wie Katja Erhart-Viertlmayr, Obfrau der Fachgruppe Druck in der Wirtschaftskammer dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, sei die Auftragssituation angespannt. Das führt sie nicht zuletzt auf die Nähe der Märkte im Ausland zurück. „Denn viele Auftraggeber wollen günstige Preise“, sagt sie, „übersehen aber meistens, dass mit einem grenzüberschreitenden Auftrag Wertschöpfung abfließt und der heimische Markt geschwächt wird. Von den öffentlichen Auftraggebern erwarten wir mehr Wertschätzung der Kleinbetriebe und insbesondere der regionalen Druckereien. Denn durch die verpflichtende E-Vergabe -  wonach der gesamte Einkaufsablauf vollelektronisch abzuwickeln ist - kommen Kleinbetriebe oft unter Druck. Wir erwarten uns daher bei der Auftragsvergabe, dass die Vergabebedingungen so gestaltet sind, dass sich Kleinbetriebe nicht von vornherein ausgeschlossen fühlen oder gar nicht mehr anbieten.

Auch die Digitalisierung beschäftigt die Druckbranche. „Die politisch Verantwortlichen haben derzeit die Digitalisierung auf ihrer Agenda, was durchaus berechtigt ist“, betont die Fachgruppenobfrau. Die Digitalisierung dürfe aber nicht dazu führen, dass klassische Handwerke und Berufszweige unter die Räder kommen. Gleichzeitig werde die Digitalisierung auch den Druckereien neue Chancen eröffnen. Mit Nachdruck spricht sich Erhart-Viertlmayr für den raschen Ausbau der Breitbandtechnologie aus. Rasche Netzwerke müssten genauso selbstverständlich sein wie die kommunalen Strukturen mit Wasser und Strom.

Derzeit gibt es in Niederösterreich 202 aktive Druckereien, die 1.854 Mitarbeiter beschäftigen und davon 39 Lehrlinge ausbilden. Die Reaktionen der Druckereien auf das Geschäftsjahr 2018 seien zwar nur durchwachsen ausgefallen, es sei aber laut Katja Erhart-Viertlmayr bei einigen Betrieben „eine zarte Aufwärtstendenz“ kennbar. „Die Nationalratswahl im September kann auch für die Druckbranche positive Effekte auslösen, so dass wir auch für heuer vorsichtig optimistisch gestimmt sind“, stellt sie fest. (dsh)

http://wko.at/noe/druck

Quelle: NÖWPD

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